Alltag auf dem dorf
Wie sah der Tag tägliche Ablauf auf unseren Dörfern, zur Zeit um 1450 aus?
Dörfer beherbergten ca. 80% der gesamten mittelalterlichen Bevölkerung. Daher schauen wir uns den Tag von einem Mann welcher in der Landwirtschaft tätig war, in Rosendahl zu dieser Zeit genauer an. Aufgrund der teilweise fehlenden direkten Quellen für das Dorf, sind die hier dargestellen Szenen in den Buchmalereien, teilweise aus der Stadt, oder aus dem frühen 16. Jahrhundert.
Also keine 1:1 Darstellung der Zeit um 1450, aber trotzdem durchaus passend und immer noch zutreffend.

Der Tag beginnt mit dem Sonnenaufgang und wahrscheinlichem Weckruf durch die Tiere. Deren Versorgung stand Tag täglich an erster Stelle.
Nach der morgendlichen Hygiene wurde gebetet. Dafür wurde die Gebet-Stelle im eigenen Haus aufgesucht und nicht in die Kirche gegangen.
Der Gang in der Kirche war eher was für Feiertage oder dem Sonntag.
Dann gibt es Frühstück. Welches morgens schon aus einem warmen Brei aus Feldfrüchten oder ähnlichem, dazu Backwaren, Eiern, Milchprodukte oder was grade in der Jahreszeit an zusätzlichen Nahrungsmitteln zur Verfügung stand, bestand.
Getrunken wurde Milch, oder Getränke die in irgendeiner Weise fermentiert waren. Reines Wasser wurde eher in absoluter Ausnahme getrunken.
Die Getränke wurden mit Früchten oder Getreiden zugesetzt, wodurch die entstehende Fermentierung nicht nur den Geschmack änderte, sondern auch die Bakterien in dem Getränk abtötete.
Man wusste natürlich noch nicht was Bakterien waren.
Aber das abgestandenes Brunnenwasser Krank machen konnte, davon wusste man. Trinkwasser fand man so eher in den natürlichen Bachläufen, und nicht z.B. in dem Dorfbrunnen direkt.
Wenn der Brunnen direkt auf einer Quelle gebaut werden konnte, wurde die Wasserqualität deutlich erhöht. Wie hier auf einer Buchmalerei aus dem 14ten Jahrhundert. Der Brunnen wurde mit einem Zaun geschützt, und das überschüssige Quellwasser konnte über einen Ablauf abfließen.
Es gab auch Schwenkbrunnen, wovon ein Beispiel in Legden zu besichtigen ist.
Mittags, oder vorallem Abends, stand durchaus auch Fleisch oder Fisch auf dem Speiseplan. Gerne nicht in der Art gebraten, wie wir uns das heute vorstellen, dafür weiter verarbeitet zu Pasteten oder in eine andere deutlich haltbarere Art und Weise.
Frisches Fleisch war Feiertagen vorbehalten.



Das war nichts. Die Dame blieb mit ihrem Schlüsselbund an der Tischdecke hängen. So schnell kann ein gutes Essen auch vorbei sein. (Deutschland, spätes 15tes Jahrhundert)
Sollte die Feldbestellung und die Versorgung der Tiere fertig sein, standen viele andere Arbeiten und Beschäftigungen an, welche erledigt werden mussten.
Das Melken der Tiere und der Auftrieb auf Futterweiden, musste genauso erledigt werden wie allgemeine Reparaturen.
Zum einen die alternative Lebensmittel Beschaffung.
Da es den Bauern verboten war. Großwild, Damwild, oder zusammengefasst alles was Größer als ein Hase war zu jagen, beschränkte man sich gerne auf diese Kleintierjagd.
Angefangen beim Fischen, wurde zu der Zeit weniger geangelt, sondern mit Schleppnetzen in breiteren Stellen unserer Süßwasserbäche, Fische gefangen.


Jeder Haushalt war in der Lage, Dinge des täglichen Bedarfs selbst in Stand zu setzen, zu reparieren oder ggf. neu zu fertigen. Anders als in der Stadt, war es auf dem Dorf nicht sehr deutlich getrennt, wer welche Arbeit verrichten musste. Da ging es eher nach Geschick und freien Zeit Kapazitäten. Wie die Reparatur eines Spaten, in Stand Setzung eines Weidezauns, oder vielleicht sogar nachbessern der Wege Pflasterung.




Kleintiere wie Hasen schoss man auch nicht mit Pfeil und Bogen oder ähnlichem.
Man versperrte die Hasenbauten, legte Fangnetze aus und trieb die Hasen in genau diese.
Dabei wurden teilweise große Mengen Fleisch und Kaninchenfelle gewonnen. Vor allem die Felle wurden gerne als Futter für Taschen, Waffenscheiden oder Winterkleidung benutzt oder dafür verkauft.

Auch das Sammeln von Beeren und Früchten stand an der Tagesordnung.
Oder das einholen von Honig, da in den Dörfern Bienenstöcke beinahe schon von jedem Hof betrieben wurden.

Religion hat einen sehr wichtigen Teil des Leben der Menschen ausgemacht. Trotzdem stand der direkte Gang in die Kirche, eher nur Sonntags und an Feiertagen an. Die Pflichten des dörflichen Lebens, ließen nicht zu wichtige Stunden morgens z.B. für den Kirchgang zu opfern.





Bei der ganzen Arbeit, welche deutlich den Alltag der Menschen auf dem Dorf täglich dominiert hat, durften allerdings auch die Freuden nicht zu kurz kommen.
Zeit mit der Familie, Freunden oder das feiern von besonderen Ereignissen, wie z.B. eine Hochzeit auf dem Dorf, wurden gerne in Anspruch genommen.
Schon früher tanzten die Kinder den Eltern auf Nase rum. Ob sich das in den letzten 500 Jahren geändert hat?
Rundherum sind ein paar Beispiele. Es gab Kartenspiele, Brettspiele und Würfelspiele, welche sehr gerne gespielt wurden.
Dazu Hausarbeiten oder gerne auch Beschäftigungen wie Schnitzen z.b. , wurden abendlich vor dem Herdfeuer oder Kamin ausgeführt.


Aufgrund wegfallender Möglichkeiten in der Landwirtschaft, stellen die Wintermonate ein deutliches familiäres Zusammenrücken da.
Auch wurde in der Dorfgesellschaft im Winter besonders auf die alten und Schwachen acht gegeben, welche mitversorgt wurden.
Wenn sich im Laufe des späten Mittelalters für die Dorfbevölkerung, auch im Winter durch die Zulieferer Arbeiten, andere Arbeitsfelder geöffnet haben, blieb doch viel Zeit für Familie, Heim und Herd.
