Was ist geblieben?

Was ist aus der Zeit um die Stiftsfehde erhalten geblieben? Und was davon finden wir noch bei uns in den Orten, und vorallem in Varlar selbst? Eine kleine Bündelung
Der Gedenkstein für die Gefallenen der Schlacht von Varlar. Eingemauert in die Außenwand der Apostelkirche in Münster, steht dort:
Corpora prostrata in Varler hic tumulata Quadringento. M. Christi. L.quadrieno Anno in festo Arnulphi. Nunc memor esto. Dic Ave Maria.
Auf Deutsch:
Die Leichen der bei Varlar im Jahre Christi 1454 am Feste des Hl. Arnulf (18. Juli) Gefallenen sind hier eingegraben. Gedenke nun ihrer und sprich ein Ave Maria.
( Bild: Andre Nürenberg)

Zwei Flügel des Hochaltar-Retabel aus dem ehemaligen Prämonstratenser Kloster Varlar.
Leider sind aus Varlar nur noch diese beiden Flügel erhalten, welche wunderschön aus Holz gefertigte und vergoldete Heiligenfiguren zeigen.
(Bild LWL: https://www.lwl.org/pressemitteilungen/nr_mitteilung.php?urlID=57488)

Ein im Stil und Ausführung wahrscheinlich ähnlicher Altar, ist noch in der "Oberste Stadtkirche" in Iserlohn zu besichtigen. Rekonstruktionsversuche mit den Flügeln aus Varlar, und einem Rest des mittleren Sims, würden eine sehr ähnliches Retabel ergeben. Wie hier im Bild des sehr schön erhaltenen Altar aus Iserlohn
(Bild: evangelische Versöhnungsgemeinde Iserlohn)

Faksimilie der Erlassurkunde vom 12.03.1197
Der damalige Abt "Jordanus von Varlar" verzichtete auf Rechte an der Vogtei wozu das ehemalige Dorf Coesfeld gehörte und besiegelte die Unabhängigkeit des Dorfes vom Kloster Varlar. Dies ermöglichte Coesfeld die Stadtwerdung.
( Bild: Andre Nürenberg )


Zu sehen ist eine Luftaufnahme des aktuellen Schloss Varlar mit seiner Hofanlage und den Gräften, welche so oder in ähnlicher Form, bei der Schlacht zu Varlar, noch eine große Rolle spielen.
Die ehemalige Klosteranlage ist nach Beschädigungen und Plünderungen im 16. & 17. Jarhundert aufgegeben worden und als reine Schlossanlage wieder aufgebaut worden.
(Bild: Günther Seggebäing)

Da von dem ehemaligen Prämonstratenserkloster in Varlar nichts mehr erhalten ist, könnte das ehemalige Kloster, wovon mindestens noch die Stiftskirche St. Johannes Evangelist in Salm-Cappenberg erhalten ist, einen Anhaltspunkt geben, wie das ehemalige Kloster Varlar ausgesehen haben könnte.
Die Kirche war usrprünglich die Stiftskirche des ersten Prämonstratenserklosters Westfalen und datiert bis in das frühe 12te Jahrhundert zurück.
Aufgrund der größere Machtnahme des Klosters in Varlar im 13ten Jahrhundert, ist davon auszugehen dass das ehemalige Kloster Varlar, nicht erst deutlich später erbaut wurde, und ebenfalls noch von der späten Bau Romanik geprägt sein durfte.
(Bild: Dr. Michael Funke)


Als immer wieder in den Textquellen Erwähnung findende Befestigungsanlage, ist die Barenborg zu nennen.
Unweit von Rosendahl-Holtwick , ragte Sie mittig auf dem Handelsweg zwischen Coesfeld und Ahaus, was ihre strategische Lage bedeutend machte, empor.
Später im Mittelalter diente Sie als Rückzugsort wechselnder Parteien, was vor allem zu Zeit der Stiftsfehde großen Nutzen fand.
Ehemalig eine Turmhügelburg mit deutlich ausgeprägten Gräften als Verteidigungsring versehen, ist sie heute nur noch ein Bodendenkmal.
Verwendung fand die, auch Motte genannte Verteidigungsanlage wahrscheinlich vom frühen 12ten bis zum Ende des 15ten Jahrhunderts. Doch das, dann schon lange nicht mehr zeitgemäße Verteidigungskonzept der Barenborg, besiegelte wohl dann auch ihr Schicksal und die Motte wurde aufgegeben oder Zerstört.
Im Unteren Bild ist die Bachritterburg in Kanzach zu sehen, welche eine sehr gelungene Rekonstruktion einer solchen Motte oder auch Turmhügelburg zeigt.
So, oder zumindest sehr ähnlich, wird auch die Barenborg gebaut worden sein. Reste eines passenden steinernen Fundamentes, befinden sich noch im Bereich der Barenborg.
( Bild oben: Günther Seggebäing)
(Bild unten: © GEMEINDE KANZACH)


Da die Dörflichen Gebiete rund um die Stadt Coesfeld, über keine Befestigten Verteidigungen wie z.B. eine Mauer verfügten, wurden Großzügig zum Schutz der Landbevölkerung Landwehren gezogen.
Westfalen ist bis heute noch erkennbar durchspannt von einem Geflecht, künstlich angelegter Landwehren.
Diese Art der Verteidigungslinie bestand aus Aufgehäuften Erdwällen, welche Gräben und Böschungen erzeugten, worauf dicht wachsende Gestrüppe, Sträucher und Bäume gepflanzt wurden.
Diese Wallaufbauten schränkten das vorankommen von Truppen deutlich ein und zwangen vorallem Wagen dazu, die Wege zu nutzen.
Zusätzlich erschwerten die Wehren dass für eine Fehde typische, zermürben der zivilen Landbevölkerung und das weg Treiben von Vieh.